Hunde sind sehr komplexe Wesen. Das Verhalten eines Hundes kann von vielen Faktoren abhängig sein. Jedes Individuum hat eine genetische Komponente die in das Verhalten einfliesst. Dazu kommt die Sozialsensible Phase, in der ihr Hund soziales Verhalten mit Menschen und Artgenossen erlernt und ihren Alltag und seine Umwelt kennenlernt. Körperliche Faktoren und chronische Schmerzen, Organerkrankungen oder hormonelle Belangen können das Verhalten beeinflussen, ebenso wie negative Erfahrungen, die Ihr Hund gemacht hat. 
Die Genetik, Erlerntes Verhalten und die gesammelten Erfahrungen die Ihr Hund im Laufe seines Lebens erworben hat, lassen ihn Strategien entwickeln, wie er am besten zu seinem ganz persönlichen Erfolg kommt.

Selbst heute sind unsere Vierbeiner nicht komplett erforscht und immer wieder werden neue Studien über das komplexe Verhalten veröffentlicht. 

Nun gibt es Hunde, die aufgrund Ihrer Erfahrungen anders sind, diese werden gern Problemhunde, Andershunde und Hunde mit special effects genannt. Oft liesst man von Hunden die eine starke Hand oder Führung benötigen.  
Diese oben genannten Hunde können verschiedene Stufen der Aggression zeigen, vielleicht sogar bereits gebissen haben. Auch Trennungsängste bis hin zur Isolationspanik in der sie Bellen, Jaulen, Kot und Urin absetzen, können sich zeigen. Sie zerstören mutwillig die ganze Wohnungseinrichtung und sind mit Artgenossen und Menschen nicht verträglich. Der Hund kann sich auch selbst verstümmeln oder hat andere offensichtliche Verhaltensdefizite. Jedes Individuum kann eine andere Verhaltensauffaälligkeit zeigen und ich könnte duzend weiterer Beispiele erbringen. 

In der Verhaltenstherapie gehen wir explizit auf dieses Verhalten des Hundes ein, hierzu ist ein ausführliches Anamnesegespräch unumgänglich. Genetik, Erfahrungen, Verhalten und Stategien müssen erkannt werden. Auch den Aspekt Mensch schauen Verhaltenstherapeuten an,  denn  Sie können ein missverständliches Signal aussenden, welches Ihren Hund zu seinem erlernten Fehlverhalten führt. Nur wenn alle Faktoren bekannt sind, kann ein verhaltenstherapeutisches Training beginnen und auch zum gewünschten Erfolg führen.

Dieses komplexe Verhalten hat mich sehr interessiert, weshalb ich mich im November 2018 entschlossen habe, diese Ausbildung zu beginnen. Im Mai 2020 werde ich bei Ziemer & Falke meine Prüfung absolvieren.